VON DER MODE ZUR TRADITION

Ist so ein Motto für Volks-Musiktage angebracht?
Was hat Mode mit Tradition zu tun?

Was hat uns zu diesem Motto bewegt!

„Mode“ ist jede plötzlich auftauchende Nachahmung menschlicher
Lebensäußerung, die von einem engeren Kreis der Gesellschaft
ausgeht. Diese Begeisterung an Moden gab es zu jeder Zeit.
Nur die zeitlichen Abstände dieser Erscheinungen haben sich aus vielerlei Gründen (wachsende Mobilität, Medienvielfalt....) immer mehr verkürzt.

„Tradition“ ist das Weitergeben eines „Zeitgeistes“ durch
mündliche oder schriftliche Überlieferung auf die folgenden
Generationen.

Ist Tradition deshalb „alt-modisch“

Sicher steht die Tradition in einem Spannungsverhältnis zum Fortschritt, und doch lassen sich beide verbinden. Der Leitsatz
der Benediktiner für ihre Klosterbetriebe sagt:

Unsere Tradition ist es,
fortschrittlich zu sein;
Unseren Fortschritt verdanken wir
der Tradition.

Ist nun Fortschritt nur eine neue Modeerscheinung,

also „neu-modisch“

Wir haben zum Beispiel auch das Tanzen von unseren Eltern
gelernt. Jedoch geschah dies nicht theoretisch durch mündliche
oder schriftliche Überlieferung, sondern durch aktives Tun.

Wir haben auch wie alle anderen im Laufe der Zeit Veränderungen
gespürt und mitgemacht. Wir sind also dem Fortschritt gefolgt und
wurden sozusagen „neu-modisch“

Auch die „Volksmusik“ ist und war dem Zeitgeist unterworfen und
obendrein nicht nur bairischen Ursprungs.

Ein bisserl „alt-modisch“ sind wir dennoch geblieben, besonders
wenn es sich um eine Mode handelt, die bis heute durch ihre
Qualität Bestand hat und deshalb in unserer Zeit noch aktive
Anwendung findet (lebendig ist).

Unsere Volks-Musiktage sind deshalb altmodisch
und neumodisch zugleich.

Wir versuchen, altmodische und neumodische Leute aller
Generationen bei aktiver und vitaler Anteilnahme beim Tanzen,
Singen und Musizieren Freude an epochalen Modeerscheinungen
zu wecken.

Wir wollen für Generationen, die von unterschiedlichsten
Zeiterscheinungen geprägt sind, Brücken bauen.

 


Was über uns geschrieben wird:

Die Tanzlmusi im Raum Pfaffenwinkel

Diplomarbeit
vorgelegt an der Hochschule für Musik und Theater über das
Richard-Strauß-Konservatorium

von Manuel Wolf


Unter Punkt 4.2 Die Tanzmeister Rita und Uli Regele, ist unter anderem zu lesen:

„In den 20 Jahren aktiver Volkstanzpflege in Landsberg wurde nie ein fester Volkstanzkreis gebildet. Man traf sich etwa neunmal im Jahr, und veranstaltete zwei Volkstänze. Wird ein Volkstanz zum ersten mal in einer Ortschaft durchgeführt, werden vier Übungsabende vor dem Abschlussabend angeboten, in denen die Tänze erlernt werden können. Uli Regele sieht die Volkstänze als Gesellschaftstänze, die in einer bestimmten Zeit Modetänze waren. Deshalb verlangt er von der Musik, dass an einem Tanzabend auch mindestens zwei Tangos gespielt werden. In seinen Volkstanzkursen im Inntal (gemeint sind unsere Volksmusiktage) bietet er auch moderne teilweise Paartänze, lateinamerikanische Tänze oder Hip Hop an. Seine Tochter (Martina) ist natürlich als Tanzsportlerin die ideale Dozentin dafür. So kommen auch die jungen Leute (- nicht nur-) mit ihren Eltern mit und die Volksmusiktage entwickeln sich zu richtigen Familientreffen.“

Unter Punkt 5. Abschließende Gedanken, erwähnt er unter anderem:

„Die Aufklärung kann und sollte aber auch über die Trachtenvereine gehen. Die Volkstanzbewegung war eben auch eine Modeerscheinung, die im Moment am Abnehmen ist. Im Pfaffenwinkel hat man früher nicht die Chiemgauer Tänze (falls es die überhaupt gibt) getanzt, genauso wie einige der Chiemgauer Tänze nicht nur im Chiemgau bekannt waren. Die guten Tänze verbreiten sich und werden nicht von regionalen Grenzen aufgehalten, die schlechten sind kurz in Mode und geraten wieder in Vergessenheit. Wie sich die Volkstänze weiterentwickeln wird man sehen. Wenn man die Tanzabende etwas attraktiver für die Jugend gestaltet und den leider teilweise noch vorhandenen „ mir san mir „ – Gedanken etwas öffnet , wird man mit Sicherheit die Tänze erhalten können und volle Säle bekommen. Rita und Uli Regele sind mit Sicherheit auf dem richtigem Weg, wenn sie auch andere Modetänze mit in ihr Repertoire nehmen. Auch in den 20er Jahren hat man gerne Tango getanzt. Auf jeden Fall ist es erfreulich, dass immer wieder neue Tanzlmusiken oder Volksmusikgruppen entstehen, die voll bei der Sache sind und gute Musik machen.“

In ( ) gesetzte Anmerkungen sind von uns eingefügt